Wie
wird man seelische Schäden und geistige Verkrustungen aus dem
Konservatorium los?
Was tun gegen aufsteigende Tränen, verkrampfte Kiefer, eine immer
höher gezogene rechte oder linke Schulter und das in extremer
Lautstärke vorgetragene komplette Schimpfwörtervokabular
des Professors?
Geh
nach Hause, und lass Dir ein schönes heißes Bad ein. Gib
im Abstand von je zehn Sekunden zwei Tropfen Rosmarinöl, einen
Tropfen Kamille und drei Tropfen Sandelholzöl in das Wasser.
Zünde ein paar Kerzen an, am besten Duftkerzen. Schnapp Dir die
Fernbedienung für Deine Anlage, zieh Dich aus, und lass Dich
in das wohltuend warme Wasser sinken. Schließ die Augen, und
vergiss nicht, ganz tief zu atmen. Nimm Dir jetzt die Fernbedienung,
und starte die erste CD: Fred
Cockerhamand und Tommy Jarrell, Duo mit
Fiddle und Banjo. Nach diesen wunderbaren 55 Minuten Musik
hast Du vielleicht das Bedürfnis, Dich zu erleichtern (auch wenn
das in der Badewanne unter Umständen die Wirksamkeit der Aroma-Öle
beeinträchtigen könnte). Ganz egal, was Du tust: konzentriere
Dich einfach nur weiter auf Deine Atmung. (Dein Puls sollte mittlerweile
schon etwas gesunken sein.) Wechsele jetzt zur zweiten CD,
If the Cap Fits, mit der starken Fiddle-Musik von Kevin
Burke.
Die totale Entspannung stellt sich ein, und Du bist ganz und nur noch
bei Dir selbst. Bitte sei vorsichtig, wenn Du anschließend aus
der Badewanne steigst. Trockne Dich ab, trink einen schönen Kamillentee,
und hör dabei die dritte CD, The Mad Genius of the Violin,
Vol.I von Stuff
Smith. Jetzt geht es Dir einfach nur noch gut.
Danach machst Du ein kleines Nickerchen. Denke auf dem Weg ins Bett
weiter daran, tief zu atmen. Wenn Du Glück hast, ist das Bett
gemacht, frisch bezogen, und unter dem Kopfkissen liegt ein Säckchen
Lavendel. Nun kannst Du Deinen schweren Tag an Dir vorbeiziehen lassen
und Dir Gedanken darüber machen, wie Du von nun an etwas netter
zu Dir selbst sein kannst.
Ich weiß, wovon ich
rede...